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Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

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© MWIDE NRW/M. Sassenscheidt

Emissionsarm unterwegs

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Flächenland. Millionen Menschen sind hier jeden Tag unterwegs: Zu ihren Arbeitsstellen, zum Ausbildungsplatz, zu Schulen oder zu Freizeitaktivitäten. Viele dieser Wege fahren sie mit dem Auto. Wirtschaftsverkehre sorgen für die Versorgung der Unternehmen, Handwerker und Konsumenten. Zudem ist Nordrhein-Westfalen als Transitland ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die hohe Verkehrsdichte spiegelt sich auch in der Emissionsbilanz des Mobilitätssektors wider: Mit einem Anteil von rund 14 Prozent ist er nach Energiewirtschaft und Industrie die größte Quelle für Treibhausgasemissionen (Treibhausgasemissionsinventar, LANUV für 2019). Ziel ist es, diese Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 zu halbieren – etwa durch einen Wechsel auf alternative Antriebsformen.

Weitere Kurzfilme zu emissionsarmer Mobilität finden Sie hier.

 

Emissionsarme Mobilität: Attraktive Förderpakete für Unternehmen, Kommunen und Privatnutzer
Diesen Wechsel treibt das Land Nordrhein-Westfalen konsequent voran. Über 230 Millionen Euro an Fördermitteln wurden zwischen 2017 und Ende 2021 im Landesprogramm Emissionsarme Mobilität bewilligt – für die Anschaffung von Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen (50 Millionen Euro) und E-Lastenfahrrädern (10 Millionen Euro), vor allem aber für den Ausbau der Ladeinfrastruktur: Seit 2017 wurden über 65.000 nicht öffentliche Ladepunkte mit etwa 140 Millionen Euro gefördert, etwa 5.000 öffentliche Ladepunkte wurden mit knapp 25 Millionen Euro unterstützt. Unternehmen und Kommunen erhalten darüber hinaus Zuschüsse für Beratungen, wie sich der eigene Fuhrpark auf elektrische Antriebe umstellen bzw. Ladeinfrastrutur aufbauen lässt.

Emissionsfreie Innenstadt
Mit dem Sonderförderbereich „Emissionsfreie Innenstadt“ im Rahmen des Projektaufrufs „KommunalerKlimaschutz.NRW“ unterstützt die Landesregierung Modellkommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen für eine zukunftsweisende Mobilität. Vorrangiges Ziel ist die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, zudem soll sich die Luftqualität verbessern. Die im Rahmen von „Emissionsfreie Innenstadt“ geförderten Projekte und Vorhaben werden aktuell umgesetzt.

Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben
Zwischen 2017 und Ende 2021 ist der Bestand rein batterieelektrischer Fahrzeuge von nur 9.000 auf fast 140.000 in die Höhe geschnellt. Knapp ein Viertel der deutschen E-Fahrzeuge sind in Nordrhein-Westfalen zugelassen. Durch den stark wachsenden E-Fahrzeugbestand wächst auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur weiter. Zwar wird durch den schnellen Ausbau privater Ladepunkte auch das öffentliche Ladenetz entlastet – dennoch gilt es, auch die öffentliche Normal- und Schnellladeinfrastruktur weiter auszubauen, um auch jenen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, ein E-Fahrzeug anzuschaffen, die keine Gelegenheit haben zu Hause oder beim Arbeitgeber zu laden. Ziel ist es, bis 2030 etwa 11.000 öffentliche Schnellladepunkte in Nordrhein-Westfalen verfügbar zu haben.

Offenheit für weitere Antriebsarten
Neben der reinen batterieelektrischen Mobilität soll auch die Marktreife und Nutzung weiterer Antriebsarten vorangetrieben werden, die perspektivisch zur Klimaneutralität des Sektors beitragen können. So eignet sich etwa Wasserstoff für eine Anwendung in Lkw, in Zügen oder Binnenschiffen. Synthetisch hergestellte Kraftstoffe kommen zum Einsatz, wenn elektrische Lösungen an ihre Grenzen stoßen. Alle Antriebsarten werden in Nordrhein-Westfalen konsequent erforscht und erprobt.

Wettbewerb „Modellkommune/-region Wasserstoffmobilität NRW“
Um die Wasserstofftechnologien weiter voran zu bringen, hat das NRW-Wirtschaftsministerium den Wettbewerb „Modellkommune /-region Wasserstoffmobilität NRW“. gestartet. Gesucht wurde eine Modellkommune oder Modellregion, die zeigt, wie Wasserstoffmobilität erfolgreich in die Praxis umgesetzt wird. Aus den eingereichten Konzepten wurden zunächst drei Kommunen oder Regionen ausgewählt, die bei der Erstellung einer umsetzungsorientierten Machbarkeitsstudie unterstützt werden. Für die Förderung stehen Landesmittel in Höhe von gut einer Millionen Euro zur Verfügung.

© MWIDE NRW/M. Hermenau

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart zu Besuch in der Wasserstoff-Modellregion Wuppertal.

Wirtschaftliche Chancen nutzen
Nach Baden-Württemberg ist Nordrhein-Westfalen schon heute das stärkste Bundesland im Bereich Fahrzeugbau. Ein Drittel der deutschen Zuliefererindustrie ist hier angesiedelt und rund 200.000 Menschen sind im gesamten Automotive-Sektor beschäftigt. Viele dieser Unternehmen, genauso wie zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen, nutzen ihr Know-how zunehmend für die Entwicklung von Lösungen im Bereich der Elektromobilität und weiterer alternativer Antriebe. Mit hoher Innovationskraft bleibt NRW auch in Zukunft ein starker Standort für die Fahrzeugbranche.

Ansprechpartner für Elektromobilität und alternative Antriebe
Mit ElektroMobilität NRW hat das Wirtschaftsministerium eine Dachmarke geschaffen, unter der die Aktivitäten des Landes im Bereich Elektromobilität gebündelt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Ansprechpartner für Unternehmen und Kommunen bei Fragen, etwa zu Fördermöglichkeiten, zu technischen Entwicklungen oder zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. Durch die Vernetzung von Wirtschaftsakteuren und Forschung trägt ElektroMobilität NRW zudem dazu bei, Nordrhein-Westfalen als Standort für die Branche weiter auszubauen und zu stärken.

Als Ansprechpartner für alle weiteren alternativen Antriebsarten – insbesondere für Unternehmen und Kommunen – steht ab Anfang 2022 die neue Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz „NRW.Energy4Climate“ zur Verfügung. Als zentrale treibende Kraft bündelt die Landesgesellschaft die Aktivitäten des Landes NRW in den Bereichen Klimaschutz und Energiewende und beschleunigt so die Transformation in allen klimarelevanten Sektoren.