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Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

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Aufbau Wasserstoffwirtschaft

Wasserstoff bietet riesige Chancen für Nordrhein-Westfalen: Richtig und konsequent eingesetzt, kann damit in Zukunft ein Viertel der heute in NRW entstehenden CO2-Emissionen eingespart werden. Auch die Wirtschaft kann hiervon profitieren: Bis zu 130.000 neue Arbeitsplätze können entstehen. Wie eine Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden soll, skizziert das NRW-Wirtschaftsministerium in der Wasserstoff-Roadmap Nordrhein-Westfalen.

 

Zahlreiche Studien belegen, dass in einem volkswirtschaftlich kosteneffizienten und klimaneutralen Energiesystem Wasserstoff eine tragende Rolle spielt. Benötigt wird Wasserstoff etwa für Prozesse in der energieintensiven Industrie. Vermehrt zum Einsatz kommen wir er zudem im Verkehrsbereich, vor allem als Antrieb für schwere Lkw oder Busse. Bereits 2030 sollen in Nordrhein-Westfalen knapp 4000 Brennstoffzellenbusse und 11.000 Brennstoffzellen-Lkw unterwegs sein. Viele weitere Ziele hat das Land Nordrhein-Westfalen in der Wasserstoff Roadmap benannt.

Das Potenzial von Wasserstoff ist immens – für den Klimaschutz, aber auch für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen: Bis zu 130.000 zusätzliche Arbeitsplätze können in Nordrhein-Westfalen durch den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft entstehen. Wichtige Voraussetzung, damit das Potenzial von Wasserstoff schon bald genutzt werden kann: Das Wasserstofftransportnetz muss zügig aufgebaut, entsprechende Regelungen dafür auf Bundesebene geschaffen werden. Nordrhein-Westfalen steht indes bereits in den Startlöchern, eine Reihe von Projekten und Initiativen, auch in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, wurden bereits gestartet oder sind in Planung.

Eine kleine Auswahl:

RH2INE: Internationale Transportwege mit wasserstofftauglich machen
Mit der gemeinsame Initiative RH2INE des MWIDE NRW und der Provinz Südholland wird Aufbau von Wasserstoff-Infrastruktur in den Häfen Rotterdam, Duisburg, Neuss/Düsseldorf und Köln mit EU-Mitteln (Connecting-Europe-Facilities) untersucht. Übergeordnetes Anliegen des Projekts ist es, einen klimaneutralen Transportkorridor „Rhein-Alpen“ zu erreichen und den Einsatz von Wasserstoff im Güterverkehr voranzutreiben. Konkrete Ziele sind es, in den nächsten vier bis fünf Jahren drei Wasserstoff-Tankstationen, acht bis zwölf H2-Binnenschiffe, zwei H2-Lokomotiven und sechs H2-Reach-Stacker zu realisieren.

H2UB: Start-ups nach Nordrhein-Westfalen holen
Der vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte H2UB vernetzt Startups mit Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten und Investoren und versucht so die Entwicklung des Wasserstoffmarktes in Europa zu beschleunigen. Startups haben oft innovative und bahnbrechende Ideen, allerdings auch einen Mangel an Mitteln, um diese Ideen alleine umzusetzen und zu vermarkten. Umgekehrt haben viele Akteure in der Industrie das Problem, dass dem Innovationsmanagement die entscheidenden Impulse und kreativen Köpfe fehlen. Hier setzt der H2UB an und vernetzt mögliche Partner miteinander.

H2-Modellregion: Wasserstoff regional nutzen
Um den Ausbau im Bereich Mobilität zu fördern, hat die Landesregierung den Wettbewerb „Modellkommune/-region Wasserstoffmobilität NRW“ ausgeschrieben. Drei herausragende Projekte aus Nordrhein-Westfalen hatten mit Unterstützung der Landesregierung Feinkonzepte erstellt. Gewinner des Wettbewerbs ist die Region „DüsselRheinWupper“. Die Region will Wasserstoff zunächst durch den biogenen Anteil von Müllheizkraftwerken, später auch durch Erneuerbare Energien vor Ort erzeugen. Genutzt werden soll dieser grüne Wasserstoff dann vor allem von Nutzfahrzeugen sowie von kommunalen Fahrzeugen und Unternehmensflotten. Dabei hat sich die Region ehrgeizige Ziele gesetzt: So sollen binnen zehn Jahren bereits 140 Brennstoffzellen-Busse und 200 Brennstoffzellen-Lkw sowie mehrere Sonderfahrzeuge mit Wasserstoff unterwegs sein. Darüber hinaus will die Gewinnerregion den Wasserstoff als Speicher für regenerativ erzeugten Strom nutzen, wenn die Stromnachfrage vor Ort gering ist.

Wasserstoff im Hochofen: Klimafreundliche Stahlproduktion
Wasserstoff statt Kohle – so kann eine moderne und klimafreundliche Stahlproduktion in Nordrhein-Westfalen gelingen. Ein Konsortium um thyssenkrupp Steel und Air Liquide Deutschland GmbH will am Standort Duisburg Wasserstoff ergänzend bei der Stahlerzeugung im Hochofen sowie in einer Direkt-Reduktionsanlage einzusetzen, in der Wasserstoff perspektivisch Kohlenstoffe vollständig ersetzen kann. Zudem soll das Duisburger Werk an eine Wasserstoff-Pipeline angeschlossen werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das „Reallabor der Energiewende“ mit rund 37 Millionen Euro. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert zudem seit 2021 ein H2Stahl-Teilprojekt mit 5,3 Millionen Euro. 2019 hatte die Landesregierung bereits Vorversuche mit 1,6 Millionen Euro gefördert.